Nüchtern geht’s an’s Fett – oder doch nicht?

Du hast sicherlich auch schon mal davon gehört, dass, wenn du morgens vor dem Frühstück laufen gehst, also dem Körper keine Kohlenhydrate zuführst, besser Fett verbrennst als andersherum. Scheint ja auch logisch zu sein: Wenn der Körper keine Kohlenhydrate (Zucker) hat, die er verbrennen kann, lässt er die Fettzellen schmelzen. Ganz so einfach ist es leider nicht.

Die Ausgangslage ist klar: Der Körper greift, ob mit oder ohne Frühstück, immer zuerst die für ihn zugänglichste und am leichtesten aufspaltbare Energiequelle an und das sind die Kohlenhydrate (Glykogen), die im Muskel und der Leber gespeichert sind. Bei einer aeroben Belastungsintensität, also wenn du zum Beispiel im moderaten Tempo Joggen gehst, besteht jedoch immer eine gemischte Energiebereitstellung. Das bedeutet: Der Körper kann nicht nur Fett alleine verbrennen, sondern es sind auch immer gespeicherte Kohlenhydrate dabei. Ganz aufgebraucht sind die Kohlenhydratspeicher nur in Extremfällen. „Voll auf den Fetten“ läufst du nur dann, wenn zum Beispiel bei einer zu schnell angegangenen Marathon-Laufgeschwindigkeit bei Kilometer 30-35 die Kohlenhydrate nahezu aufgebraucht sind und der Läufer das Rennen nur noch mit deutlich reduzierter Laufgeschwindigkeit und mit erheblichem Missempfinden fortsetzen kann. Wenn er überhaupt weiterlaufen kann ...

 

Wie du siehst ist es aus sportwissenschaftlicher Sicht unter normalen Umständen nicht möglich, ausschließlich Fett zu verbrennen. Demnach kannst du auch eine kleine Mahlzeit zu dir nehmen, bevor du losläufst (z.B. Obst oder Müsli). Abnehmen wirst du so oder so, wenn du dich regelmäßig bewegst und deine Ernährung anpasst.

 

Text: Sebastian Finis, Foto: Pixabay

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