Jeden Tag trainieren

Wenn du die Motivation hast, jeden Tag zu trainieren, ziehe ich meinen Hut vor dir. Im Gegensatz zum Istzustand vieler anderer Menschen, scheint es bei dir an der Einstellung nicht zu mangeln. Der Durchschnittsbürger kann kaum dazu aufraffen, wenigstens ein Mal in der Woche Sport zu treiben. Nichtsdestotrotz solltest du deinen Übereifer in die richtigen Bahnen lenken. Denn dein Körper braucht genug Zeit, um sich zu erholen.

Besonders in der Regenerationsphase, also am Tag (oder an den Tagen) nach dem Training baut sich deine Muskulatur auf. Während sich durch das Training Mikrorisse in der Muskulatur bilden, werden diese am Pausentag repariert und für das nächste Training präpariert. Aus der Erholungsphase gehst du gestärkt wieder hervor. Fällt diese weg, und gibst du somit deiner Muskulatur nicht ausreichend die Möglichkeit zu regenieren und zu wachsen, kannst du schnell in ein Übertraining hineinkommen. Das hat dann genau den Gegenteiligen Effekt, von dem, den du dir wünschst. Deine Leistung und Kraft sinken. Statt ins fünfte Stockwerk trainierst du dich in den Keller. Auch Verletzungen können die Folge von einem Übertraining sein. 

 

Die Stunden nach dem Training sind deshalb ganz wichtig für das Muskelwachstum. Neben ausreichender Erholung solltest du dich zudem richtig ernähren und gut schlafen. Ein nach dem Training eingenommener, proteinreicher Molkeeiweißdrink, möglichst mit geringem Kohlenhydratanteil, kann dabei den Regenrationsprozess und das Muskelwachstum fördern. 

 

Verstehe mich nicht falsch, du kannst jeden Tag trainieren, aber auf keinen Fall die gleichen Muskelgruppen. Wenn du ein Split-Training machst, ist tägliches Training möglich. Bei dem folgenden Beispiel hättest du immer zwei Tage Pause, bis du die gleichen Körperpartien erneut trainierst:

  • montags: Brust, Schultern, Trizeps, Bauch
  • dienstags: Rücken, Bizeps
  • mittwochs: Beine, Bauch
  • donnerstags: Brust, Schultern, Trizeps
  • freitags: Rücken, Bizeps, Bauch
  • samstags: Beine
  • sonntags: frei

 

Eine weitere Alternative jeden Tag zu trainieren, ist es Kraft und Ausdauertraining im Wechsel auszuführen, also zum Beispiel:

  • montags: Ganzkörperkrafttraining
  • dienstags: Ausdauertraining
  • mittwochs: Ganzkörperkrafttraining
  • donnerstags: Ausdauertraining
  • freitags: Ganzkörperkrafttraining
  • samsags: frei
  • sonntags: frei

 

Wenn du nebenbei noch eine Spielsportart (Fußball, Tennis, Volleyball etc.) ausübst, wie bei mir das mit Basketball der Fall ist, könntest du auch meinen aktuellen Trainingsrhythmus übernehmen:

  • montags: Ganzkörperkrafttraining
  • dienstags: Basketball-Training
  • mittwochs: Ganzkörperkrafttraining
  • donnerstags: Basketball-Training
  • freitags: Ganzkörperkrafttraining
  • samstags: frei
  • sonntags: Joggen oder Spiel

 

Du siehst also, es ist möglich jeden Tag zu trainieren, wenn du den Ehrgeiz dazu hast. Nur solltest du unbedingt auf die Signale deines Körpers horchen. Wenn du dich noch megaerschöpft vom letzten Training fühlst, ist es nicht sinnvoll, erneut einen neuen Trainingsreiz zu setzen. Weniger ist machmal mehr! Gehe wohl dosiert mit deinem Trainingseifer um!

 

Dein Personal Trainer Sebastian Finis

 

Fotos: privat

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Kommentare: 2
  • #1

    Ben (Mittwoch, 05 Juni 2013 16:18)

    Danke für die Tipps!

  • #2

    Robert (Mittwoch, 05 Juni 2013 18:54)

    Ich gehöre auch zu den extrem Ehrgeizigen. Aber jeden Tag zu trainieren, bekomme selbst ich nicht hin. Split-Training ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit. Aber immer nur im Fitnessstudio wird auf Dauer auch langweilig.

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